Niederdeutsch

Im Jahre 1979 wurde unter tatkräftiger organisatorischer Betreuung durch den damaligen Kulturamtsleiter KOAR Heinz Störing der Arbeitskreis gegründet. Zum wissenschaftlichen Leiter wählten die Anwesenden Herrn Dr. phil. Wilhelm Bleicher aus Iserlohn, der dieses Amt bis heute innehat.

Der AK setzte sich in Anbetracht der stetig sinkenden Zahlen kompetenter Plattdeutsch-Sprecher im Märkischen Kreis die Aufgabe, ein umfassendes Medienpaket nach Text und Ton zu erstellen, um das wertvolle Kulturgut Sprache für zukünftige Generationen zu konservieren und lehr- und lernbar zu erhalten.

Das ist im Laufe eines Menschenalters bis heute auch bis auf wenige notwendige Nachträge gut gelungen, da die Mitglieder des NAK alle kleineren Dialektgebiete des MK als Vorsitzende oder fachkundige Delegierte der jeweiligen Niederdeutschvereine in den Orten zwischen Hohenlimburg, Ergste, Iserlohn, Hemer oder Altena, Lüdenscheid, Plettenberg, Kierspe, Halver, Schalksmühle etc. vertreten konnten.

Während der 18-jährigen Vorarbeiten am Hauptwerk, dem „Wörterbuch südwestfälischer Mundarten“ (1997) erschienen 1988 bereits die Schallplatte und Tonkassette „Plattdüütsch im Jaohreslaup“ und 1990 die niederdeutsche Grammatik „Plattdüütsch Riägelbauk“ (von Dr. Horst Ludwigsen).

Im Jahre 2003 konnte dann – 235 Seiten stark im DIN A4 Format – das „Plattdüütsch Liäsebauk“ für Erwachsene bzw. speziell für Lehrer fertiggestellt werden. Wiederum nach mehrjährigen Vorarbeiten gab der Heimatbund Märkischer Kreis 2008 die umfangreiche Tondokumentation „Plattdeutsch hören – Hochdeutsch mitlesen“ im Umfang von 20 CDs und drei Erläuterungsbüchern zu den Sprachregionen I, II und III-VI des Märkischen Kreises heraus. Walter Höher, einer der bekanntesten Plattdeutschkenner Südwestfalens, hatte sich der jahrelangen Fleißarbeit unterzogen. Ihm zur Seite stand der Medienspezialist Friedrich Spickhoff.

Während der Sammel- und Redaktionsarbeit am über 500 Seiten starken großen Opus (DIN A4-Format) des plattdeutschen Liederbuchs erschienen aus der Feder des wohl fleißigsten Arbeiters im Kreis und langjährigen zweiten Vorsitzenden die Werke

 „Rüümestraote“ (1999),

„Dat olle Testament“ (2001) und

„Via dolorosa“ (2007).

Beim ersten Werk, das den Anschluss an die moderne zeitgenössische Lyrik vorbereitete, war Walter Höher der Mitautor; und bei der „Via dolorosa“ zeigte Dr. Horst Ludwigsen, ebenfalls verdienter Rottendorfpreisträger wie Fritz Kuhne (†) und Walter Höher, sein Talent als Zeichner und Graphiker.

Das plattdeutsche Liederbuch „Lao’ ve singen!“ von 2009 schließlich war mit 190 Liedern (meist mit Noten) zugleich Gebrauchsliederbuch und Dokumentation – ein einmaliges Ereignis. Wenn auch heute die meiste Dokumentationsarbeit getan zu sein scheint, so darf doch nicht darüber hinweg gesehen werden, dass in all den Jahren ab 1979 bis heute der lebendige Sprachgebrauch, die lebendige Sprachpflege die Hauptarbeit der AK-Mitglieder war.

 Diese nur in den jeweiligen Presseberichten und Protokollen dokumentierte Arbeit vollzog sich in

  1. den plattdeutschen Gottesdiensten, Nachmittagen oder Abenden in den Orten des Märkischen Kreises
  2. in den bis 2011 jährlichen Treffen im Bauernhof Wippekühl in Schalksmühle
  3. in den Lesewettbewerben der Schulen (zunächst durch die Sparkassen organisiert), dann in Initiative der Schulen und Plattdt.-Sprecher in Schalksmühle und Wiblingwerde
  4. den 2-3 Ak-Arbeitssitzungen im Jahr in wechselnden Orten
  5. schriftlicher oder mündlicher Beantwortung von Fragen zum Thema „Niederdeutsch“ im MK
  6. Schaffung eines Netzwerkes zwischen den Plattdeutsch-Sprechern der Nachbarkreise, der Plattdeutschen Spraokstîë des WHB in Münster, dem Schriewerkring, der Kommission f. Mundart u. Namenforschung, der Christine-Koch-Gesellschaft (Peter Bürger) und dem Niederdt. Archiv in Cobbenrode (Dr. Beckmann).

 

Gegenwärtig ist eine spezielle Arbeitsgruppe damit beschäftigt, ein niederdeutsches Schullesebuch für Kinder des 3. und 4. Grundschuljahres herauszugeben.

Der Niederdeutsche Arbeitskreis, dessen Treffen in der Regel im Mai und Dezember stattfinden, ist offen für interessierte neue Mitglieder (möglichst mit regionalen Sprachkenntnissen), die sich beim KHB (Tel. 02352-9667056) melden können.

 

 

Vorsitzender:

N.N